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Fandom:
Relationship:
Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2025-05-17
Completed:
2025-09-21
Words:
83,339
Chapters:
13/13
Kudos:
21
Bookmarks:
2
Hits:
843

Der Sonne entgegen

Summary:

Nach dem Ende seiner Show „Late Night Berlin“, fällt Klaas in eine Sinneskrise. Um Abstand zu gewinnen und sich wiederzufinden, beschließt er, gemeinsam mit seinem langjährigen Freund und Show-Partner Joko auf einen Roadtrip zu gehen. Was als Flucht aus dem Alltag beginnt, entwickelt sich bald zu einer emotionalen Reise voller Humor, Freundschaft und unausgesprochener Gefühle. Denn Klaas merkt, dass er Joko mehr braucht, als er sich bisher eingestanden hat. Zwischen Landesgrenzen, vielen Auto-Kilometern und absurden Situationen entwickelt sich vielleicht bald etwas ganz Neues zwischen ihnen.

Notes:

Author’s note: Vorab – ich liebe quasi *alles*, was mit Roadtrips zu tun hat, ob jetzt Filme (z.B. the Straight Story – Empfehlung) oder Serien (Supernatural, X-Files, am besten direkt dazu Therapie buchen), Bücher (zählt Herr der Ringe als Roadtrip??). Komischerweise habe ich noch nie einen Roadtrip so richtig geschrieben? Hä? Naja, und Joko und Klaas waren ja aktuell für #JKvsP7 auf einem Roadtrip von Berlin nach München unterwegs. Und da ist mir irgendwie die Idee gekommen, dass ich das gerne ausführlicher und länger sehen möchte. Mit Emotions am besten, so ein bisschen angst und romcom, wie sich das gehört 😊 MAL SCHAUEN ob ich das hinbekomme, wie gedacht.

Ich muss ein bisschen an der Realität vorbeitricksen – wir tun jetzt einfach mal so, als ob nach dem Ende von LNB noch Zeit vor ESGQ und Experte für Alles ist, gell? Und dass man beeeestimmt durch Skandinavien auch im tiefsten Winter auf 4 Rädern kommt beeeestimmt. Einfach Realität ignorieren, Danke.

Noch als Anmerkung: In paar der vorkommenden Länder war ich tatsächlich selbst, wenn auch schon gefühlte Ewigkeiten her, von anderen habe ich keine Ahnung. Wofür gibt es Google, vlogs und Youtube 😉
Die Kapitel werden wahrscheinlich, by the way, länger und länger werden, so wie ich mich kenne…! Aber ich versuche mich zu strukturieren usw…

Ansonsten:
Disclaimer: Joko und Klaas gehören sich selbst, sie sind offiziell kein Liebespaar. Das hier ist alles erstunken und erlogen und ich verdiene kein Geld hiermit. Es ist lediglich zu meiner eigenen Folter und Belustigung geschrieben.
Viel Spaß beim Lesen 😊 und lasst mir gerne Eure Eindrücke oder Wünsche da… 😉

Chapter Text

  1. Deutschland nach Dänemark

Sie saßen im geräumigen Mietwagen, den sie gebucht hatten – ein schicker Landrover Defender in Taubengrau, der tauglich für jedwedes Gelände war, dazu noch komfortabel und genügend Platz bot. Joko war ganz aus dem Häuschen gewesen, als er diesen Wagen ausgesucht hatte, Klaas war es relativ gleichgültig gewesen. Er wusste, dass sie weder Jokos Elektro-Smart noch seinen Porsche für dieses Unterfangen hätten nehmen können, und rein logistisch war es einfacher, einen Wagen zu leihen und wieder abzugeben, wenn man ihn nicht mehr benötigte.

Jetzt fuhren sie auf der Autobahn gen Norden. Es war ein frischer Tag im März, aber die Sonne blitzte immer wieder hinter den Wolken hervor. Joko drückte andauernd das Gaspedal des Landrovers durch und strahlte über das ganze Gesicht. Wie oft hatte Klaas ihn heute schon rufen hören „Boah, was das Ding für eine Power hat!“ – und jedes Mal musste er über Jokos Euphorie schmunzeln. Auch jetzt, als Joko wieder auflachte, weil er sich so über die vielen PS des Autos freute, konnte Klaas ein Lächeln nicht unterdrücken. Klaas ließ sich die Sonne auf das Gesicht strahlen, spürte ihre leichte Wärme auf der Haut, und betrachtete seinen langjährigen Wegbegleiter. Zuneigung zerrte süß an seinem Herzen, ließ ihn leise seufzen. Er liebte Jokos Begeisterungsfähigkeit; besonders heute brachte es ihn ein wenig aus seinem Tief. Joko drehte ihm den Kopf zu und grinste schalkhaft, wackelte bedeutungsvoll mit den Augenbrauen. Dann sah er wieder auf die Fahrbahn und drückte das Gaspedal energisch durch, soweit er konnte.

„Ey, noch schneller vielleicht?“, schimpfte Klaas, musste aber dennoch auflachen.

„Oh yeah“, säuselte Joko nur und gab weiter Gas. Kopfschüttelnd und amüsiert wendete Klaas sich ab, sah die Landschaft an sich vorbeiziehen. Während er Felder und entlegene Dörfer betrachtete, erinnerte er sich an das Gespräch, welches er und Joko vor Kurzem geführt hatten - es hatte den Anfang von diesem Abenteuer eingeläutet.

Klaas seufzte, hielt das Handy etwas fester in der merkwürdig zitternden Hand. Auch sein Atem war zittrig, egal, wie oft er schon probiert hatte, tief durchzuatmen und sich zu beruhigen. Er rieb sich mit der anderen Hand über die Augenpartie, die schmerzende Stirn. Alles in ihm fühlte sich brüchig an, so, als würden große Risse nur noch mit Pflastern zusammengehalten. Er hörte Jokos gleichmäßiges Atem am anderen Ende der Leitung, seine tiefe Stimme, und etwas in Klaas‘ Inneren schob sich wieder in die richtige Richtung.

„Was isn los mit dir, Klausi? Du klingst so angespannt“, fragte Joko.

Ein schiefes, gerührtes Lächeln zuckte an Klaas Mundwinkel. Joko hatte auch ohne viel Aufhebens erkannt, dass etwas Klaas beschäftigte – ohne, dass Klaas es hatte großartig erwähnen müssen. Sie kannten sich schon so lange und so gut, so tief, dass Klaas manchmal nur an Jokos Blick oder seiner Stimme direkt merkte, wie er sich fühlte, und das Gleiche galt auch andersrum, wie er jetzt wieder einmal merkte. Erneut seufzte Klaas, biss sich zögernd auf seine Unterlippe. Er sah aus dem Fenster in seinem Haus, sah auf das Feld und die umgebenden Bäume hinaus, die noch mit dem eisernen Griff des Winters kämpften. Er fühlte sich ebenso in den Klauen des Winters gefangen, eines ewigen Winters, von dem er nicht wegkam. Es war, als würde er auf der Stelle treten, als gäbe es keine Bewegung mehr in Richtung Zukunft. Joko bemerkte sein Zaudern. Seine nächsten Worte waren weich und sanft, trösteten Klaas mit ihrer Einfühlsamkeit.

„Ist es wegen Late Night? Bereust du es, aufgehört zu haben?“

„Nee, das ist es nicht“, antwortete Klaas schnell, riss sich zusammen. „Ich wusste schon lange, dass die Zeit gekommen war, für Late Night Berlin den Sack zuzumachen. Die Show war weit über ihrem Ablaufdatum. Das ist es auch nicht, was mich stört… es ist einfach, ja, wie soll ich sagen, ich fühl mich seitdem irgendwie lost. Das war immerhin 7 Jahre lang meine eigene Show, und jetzt ist sie weg. Ich glaub ich kann jetzt ein bisschen besser nachvollziehen, wie du dich damals nach dem Ende von Halligalli gefühlt haben musst, so ohne direkt irgendwas Weiteres geplant zu haben.“

„Ach, Klausi, du musst dem Ganzen einfach etwas Zeit geben. Das legt sich schon wieder und dann geht’s wieder bergauf. Ihr habt doch schon dieses Verbrauchermagazin für dich in petto.“

Klaas wusste, dass Joko es gut meinte und ihm bestimmt nur Zuversicht zureden wollte – aber gleichzeitig lief der pausenlose Monolog in seinem Kopf ab, dem er sich nicht entziehen konnte: Was, wenn die Show ebenfalls floppte und schlechte Quoten brachte? Was, wenn sie bald schon abgesetzt würde? Was, wenn er einfach nicht ohne Joko an seiner Seite erfolgreich Fernsehen machen konnte? Was sollte dann aus ihm werden?

Und immer mehr wuchs der Wille in Klaas, seine sieben Sachen zu packen und abzuhauen, all dem zu entfliehen. Weit weg, wo ihn niemand kannte. Wo er den Kopf mal wieder völlig klarkriegen konnte und nicht die kritischen und besorgten Blicke seines Umfelds seinetwegen ständig mitbekam. Bevor er sich stoppen konnte, purzelten deswegen diese Worte aus seinem Mund.

„Weiß nicht. Ich glaub, ich muss mal raus, mal eine Weile weg von hier.“

Klaas hatte das aufgebrachte Beben in seiner Stimme nicht unterdrücken können, das seine Aussage hatte unsicher und schwach klingen lassen. Joko wurde sofort noch hellhöriger, als er es eh schon gewesen war. Klaas entging nicht die Sorge, die in Jokos Worten mitschwang. Er hielt das Handy ein bisschen fester, wusste nicht, wohin mit sich und seinen Gefühlen.

„Alles okay bei dir zuhause? Mit den Jungs und Doris ist alles gut?“

Klaas dachte an seine Familie und seine Frau, wie sie sich liebevoll und besonders aufmerksam in den letzten Wochen um ihn gekümmert hatten, und er musste unweigerlich lächeln. Zuhause war Frieden, war beinahe alles idyllisch, bis auf Klaas, der seine eigene Unruhe nicht aushielt.

„Nein, alles gut. Das ist nicht der Grund, warum ich weg will.“ Er atmete lange aus, schloss die Augen.

„Ich glaub, ich muss einfach mal nicht mehr Klaas Heufer-Umlauf, der Typ aus dem Fernsehen, sein, sondern für ein paar Tage nur wieder Klaas, der Kerl aus Oldenburg, um mich neu zu sortieren.“

Kurz herrschte nachdenkliche Stille zwischen ihnen, die alles andere als unangenehm war. Es tat Klaas gut, so frei mit Joko reden zu können, dass sein Gegenüber ihm aufmerksam zuhörte, ohne ihn zu beurteilen. Es gab wenige Menschen, mit denen er so gnadenlos ehrlich reden konnte, wie mit Joko, bei dem er schamlos sein ganzes Seelen-Chaos auskotzen konnte.

„Joa, dann machen wir einen Roadtrip, würde ich sagen“, schlug Joko plötzlich vor. Klaas lachte bei der Idee auf.

„Klar, ein Roadtrip. Hast du mal rausgesehen? Es ist noch nicht mal richtig Frühling. Und ich habe ziemlich viele Punkte in Flensburg. Weißt doch, ich muss noch dieses freiwillige Punkte-Abbau-Seminar machen.“

„Erstens habe ich auch einen Führerschein, Herr Heufer-Umlauf, und zweitens: Also ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ich bin lieber bei diesem Dreckswetter an einem schönen Fjord in Skandinavien als im deutschen Eisregen.“

Klaas fasste grübelnd in seinen Bart, zwirbelte ein paar Härchen. Der Gedanke reifte immer mehr in ihm, und bei der Vorstellung an einen Roadtrip gemeinsam mit Joko fand er mehr und mehr Gefallen.

„Warum eigentlich nicht“, brummte er seine Antwort, und merkte, dass er ein Lächeln nicht verhindern konnte.

Von da an hatte es nicht lange gedauert, bis sie alles organisiert hatten: Zeitraum, Mietwagen, Reise-Route, Übernachtungsmöglichkeiten entlang des Weges… Es kam Klaas immer noch unwirklich vor, dass er jetzt tatsächlich mit Joko im Auto saß und sie unterwegs zu ihrem ersten Etappenziel waren: Kopenhagen. Joko hatte ihn heute Morgen abgeholt, hatte für sich und Klaas dampfenden Kaffee dabeigehabt, an dem sie sich ihre kalten Finger hatten wärmen können, und Klaas ein derart aufmunterndes Lächeln geschenkt, dass Klaas dachte, es würde mit dem Sonnenaufgang um die Wette strahlen. Nun fuhren sie bereits seit Stunden und der Tag neigte sich dem fortgeschrittenen Mittag zu.

Sie waren an „Dummerstorf“ vorbeigekommen, und Klaas hatte sich lachend mit Händen und Füßen gegen Jokos Vorschlag gewehrt, dass sie unbedingt hier mal eine Show machen mussten. Kurz darauf kamen sie an Rostock vorbei und fuhren nun in Richtung Fähren, um die Überfahrt nach Dänemark zu bewerkstelligen. Joko folgte aufmerksam den Schildern, auf denen „Überseehafen / Baltic Sea Ferries“ stand. Klaas ließ das Beifahrer-Fenster ein wenig herunter, trotz der kalten Temperaturen, und atmete sehnsüchtig den Hauch von Meeresluft ein. Er liebte den salzigen Geschmack auf den Lippen, wie frisch und rein die Luft hier schien. Für eine Sekunde schloss er die Augen und genoss den Fahrtwind in seinen Haaren, vergaß jeden Gedanken, jede Sorge. Jokos Hand landete plötzlich warm und irgendwie behütend auf seinem Knie, drückte es einmal und streichelte dann kurz darüber.

„Nicht einschlafen, Klaas, wir fahren doch jetzt auf die Fähre. Du ärgerst dich bestimmt, wenn du das verpennst.“

Klaas öffnete mürrisch ein Auge, sah Joko gespielt genervt an, sagte aber nichts. Jokos Hand verweilte noch einen Augenblick auf seinem Knie, war unsagbar warm und erdend. Klaas genoss schweigend das Gefühl, besah sich das Bild von Jokos schönen Fingern um sein Gelenk, an seinem Oberschenkel, und konnte nicht verhindern, dass ihm ein heißer Schauer den Rücken herunterperlte. Er fühlte sich fast schon dem angenehmen Gefühl beraubt, als Joko wieder schalten musste und von ihm abließ. Geschickt fuhr Joko den Wagen auf die Fähre und in das vorgesehene integrierte Parkhaus, dann begaben sie sich beide an Deck. Die Überfahrt dauerte lediglich 45 Minuten, und das Wetter war zum Glück trocken, so dass sie draußen stehen und den Ausblick auf die Ostsee ungestört genießen konnten.

Sie standen beide an der Reling, als die Fähre ablegte und gemächlich durch das Wasser rauschte. Der Wind war natürlich eine Frechheit, der Klaas konsequent die Haare durcheinanderbrachte und mit kalten Fingern bis unter seine Klamotten drang. Aber Joko stand neben ihm, und die Sonne brach zwischen den Wolken hervor – und verfing sich in seinen warmen, liebevoll blickenden Augen, in seinen blonden, kurzen Haaren. Er lehnte sich lässig über die Reling und lächelte Klaas leise an. Auf der Fähre waren natürlich noch andere Passagiere, aber niemand schien sie zu erkennen oder zu behelligen. Klaas wechselte den Blick immer wieder zwischen dem endlosen, tiefblauen Wasser des Meeres und den ewig dahinschwappenden Wellen, um dann wieder zu Joko zu sehen, und er wusste wirklich nicht, was er schöner fand. Er hatte schon immer das Meer geliebt, war in Norddeutschland in dessen Nähe aufgewachsen und hatte „Salzwasser in den Adern“, wenn man ihm diesen Schwachsinn glauben wollte. Dass seine Zuneigung zu Joko so stark war, dass sie mit seiner großen Liebe zum Meer konkurrierte, sagte also schon viel aus. Joko bekam anscheinend etwas von Klaas‘ Gedanken intuitiv mit, denn sein Lächeln gewann an Kraft, und er streckte einladend einen Arm nach Klaas aus.

Dieser ließ sich es nicht zweimal sagen und trat einen Schritt an Joko heran, ließ zu, dass sein Partner ihm den Arm um den Rücken legte und ihn an seine Seite zog. Gemeinsam schauten sie auf das Meer hinaus, angenehmes Schweigen herrschte zwischen ihnen. Jokos Finger griffen etwas enger in den Stoff von Klaas’ Mantel, direkt über seiner Hüfte, dass es Klaas die Röte kochend heiß in die Wangen trieb. Seufzend, hingerissen zwischen Verlangen und Verwirrung, neigte Klaas den Kopf und legte ihn auf Jokos Schulter ab. Sein Herz klopfte ihm bis in den Hals hoch. Er merkte, wie Joko sein Kinn auf seinem Kopf ablegte und ihn ein bisschen fester hielt. Genüsslich schloss Klaas die Augen, vergaß sogar die Schönheit des wilden Meeres, und hielt an dem Moment fest. Auch wenn sie gerade erst einen Tag gemeinsam unterwegs waren, war Klaas froh, dass sie sich zu dieser Reise entschieden hatten, merkte, wie gut es ihm bereits tat.

Er war nach dem kurzen Aufenthalt auf der Fähre derart entspannt, dass er ganz müde wurde und schon bald drohte einzunicken. Joko bemerkte dies offenbar und fuhr inzwischen entsprechend sanft mit ruhigen Bewegungen. Klaas kippte der immer schwerer werdende Kopf gegen die Fensterscheibe und er schreckte wieder hoch. Aus dem Augenwinkel heraus sah er Joko schmunzeln.

„Ist schon okay, du kannst was pennen“, raunte er.

„Soll ich nicht mal was fahren?“, bot Klaas an und gähnte herzhaft. Joko schüttelte verneinend den Kopf.

„Ne, ist schon okay.“

Klaas streckte sich einmal, dann machte er es sich gemütlich und ließ sich tiefer in den Sitz sinken. Wärme und Entspannung breitete sich in seinen Gliedern aus, ließen ihn zur Ruhe kommen. Er fragte sich, warum er nicht schon viel früher auf die Idee gekommen war, sich mit Joko eine wohlverdiente Auszeit zu nehmen. Zwei Stunden später wusste er es wieder und die Realität holte ihn ein.

Lautes Fluchen weckte ihn.

„So eine verfickte Scheiße!“, schimpfte Joko und starrte fassungslos auf das Meer vor ihnen. Den Motor hatte er ausgeschaltet. Klaas wurde allmählich wach und richtete sich im Sitz auf. Er runzelte die Stirn.

„Hä, müssen wir schon wieder eine Fähre nehmen? Wohin denn?“, fragte er skeptisch.

Joko schenkte ihm einen schuldbewussten Blick und zeigte auf das Handy-Navi, was er in einer Halterung an der Windschutzscheibe angebracht hatte. Dort stand nicht als Ziel „Kopenhagen“, sondern „Köpenhamn“ – in Schweden.

„Sorry, ich habe das mit Sprachsteuerung eingegeben als du gepennt hast, und hab nicht gemerkt, dass das was anderes ist.“

Entnervt knallte Klaas den Kopf gegen die Rückenlehne, rollte mit den Augen.

„Boah, Joko! Mann!“, schimpfte er und spürte die Wut in seiner Magengegend aufkommen.

„Wir sind aber noch nicht in Schweden, sondern in Helsingor. Das ist immer noch Dänemark“, druckste Joko kleinlaut, was Klaas schließlich doch lachen ließ. War ja mal wieder klar, dass das nicht alles so funktionieren würde, wie geplant. Besonders, wenn sie zwei Idioten es waren, die auf Reisen gingen. Er sah Joko bedeutungsvoll und herausfordernd Joko an, wollte wissen, wie sehr sie sein Partner in die Scheiße geritten hat.

„Und wie lange brauchen wir zurück nach Kopenhagen? Dem richtigen Kopenhagen?“, feixte er.

Joko drückte darauf am Handy herum und gab „Kopenhagen“ als Ziel ein – Klaas schaute ihm dabei akribisch über die Schulter, um sicherzugehen, dass sie dieses Mal das richtige Ziel eingaben. Zu Jokos Glück zeigte das Navi lediglich 40 Minuten als neue Fahrtzeit an. Klaas gab sich Mühe, Joko finster anzuschauen, aber Joko lächelte so süß und verlegen, dass Klaas ebenfalls lächeln musste.

„Ja, dann wollen wir mal…“, murmelte er und lehnte sich wieder im Beifahrersitz zurück.

 

TBC