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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2024-05-04
Words:
1,521
Chapters:
1/1
Hits:
7

Zwillinge

Summary:

Ich wollte meinen Bruder nur helfen aber dafür musste Victoria verschwinden...Und das es so ausartet hatte ich nicht erwartet...

Notes:

(See the end of the work for notes.)

Work Text:

Ich starrte sie an...
Sie lag auf dem Boden, ihr Gesicht war schmal und dreckig verklebt von Dreck und Blut. Ich sah wie mein Bruder sich zu ihr runter beugte, um sie genauer zu betrachten. Ihre Ruhe war fast unbegreiflich für mich, sie war so temperamentvoll gewesen...
Ich mochte Victoria, sie war das schönste Mädchen, dass ich gekannt hatte. Jedoch waren ihre noch vor Stunden strahlend blauen Augen, mittlerweile von einem Schleier getrübt. Ihr Top war dreckig und ich konnte Blut darauf erkennen. Hatte ich wirklich so oft mit der Schaufel zugeschlagen, nur um sicher zugehen.
„Was machen wir nun?“, fragte mich mein Bruder ungeduldig, wir waren schließlich schon seit über einer Stunde hier.
„Ich... ich...“,ich war verzweifelt, ich wollte doch meinem Bruder beweisen, dass ich ihn unterstützen konnte und dass ohne Probleme zu machen.
„Was ich?“, mein Bruder schaute mich ernst an und mir lief es eiskalt den Rücken runter. Ich hatte wirklich keine Ahnung was zu machen war, schließlich war es das erste Mal, dass ich so etwas gemacht hatte.
„Ich weiß es nicht“, gab ich letztendlich resigniert zu.
Mein Bruder atmete langsam aus, um sich zu beruhigen.
„Ich habe einen Tipp für dich“, er lächelte, „Wie wäre es mit 'Leiche entsorgen' ?“
Ich zuckte zusammen, es klang falsch in meinen Ohren, nicht dass es schon falsch war Victoria zu ermorden, aber ihren Körper einfach zu entsorgen?
Mein Bruder bemerkte meine Unsicherheit: „Hach Nicki, hast du nicht gesagt du schaffst das? Oder denkst du, dass alles hier ist nur ein Traum.“
Ich schaute meinen Bruder erzürnt entgegen, weil ich nicht so genannt werden wollte, aber mein Bruder musste über mein verhalten nur schmunzeln. Er fand es lustig, wenn ich sauer wurde.
„Nenne mich nie wieder Nicki!“
„Wieso? Hat dich Victoria so genannt? Ah! Du willst doch nicht etwa das ich dich mit der kleinen Victoria allein lasse, damit du mit ihr..“ „Nein! So etwas würde ich nie machen!“ „Natürlich nicht, du bist ja auch der 'Gute Zwilling'. Nicht wahr Nicki? Du könntest nicht Mal einer Fliege leid zufügen, zumindest dachte das Victoria von dir“, mein Bruder lachte amüsiert über die Tat, aber auch über den gequälten Gesichtsausdruck von mir.
„Du weißt warum.“
„Warum du sie umgebracht hast? Wage es bloß nicht zu sagen, dass ich Schuld bin! Es war deine eigene Entscheidung.“
„Aber sonst..“
„Sonst hätte ich sie umgebracht? Warum hätte ich sie töten sollen?“ „Aber du hast gesagt..“
„Das sie ein Problem werden könnte, wenn du mir hilfst oder sollte ich sagen, dass sie ein Problem geworden wäre, während du dich mir unterwirfst?“
„Ich würde mich nie...“
„Mir unterwerfen?“
„Unterbrich mich nicht!“
„Fühlst du dich jetzt Mutig? Tja das hilft deiner Victoria jetzt. Hätte Nicki nur etwas früher Mut bewiesen.“
Mein Bruder ging auf mich zu. Ich versuchte nach hinten auszuweichen, doch ich kam gegen die Wand.
„Nicki, Nicki, Nicki“, mein Bruder schüttelte den Kopf, „hast du jetzt Angst vor mir? Die brauchst du doch gar nicht zu haben, ich bin doch dein Bruder.“
Ich fing an zu schwitzten und schloss meine Augen. Als ich den Atem meines Bruders spürte, drückte ich mich an die Wand.
„Du zitterst ja Nicki. Ist dir kalt?“
Meine Knie gaben nach und ich sackte auf den Boden.
„Hör auf... Bitte.“
Mein Bruder kniete sich zu mir runter, nahm mein Kinn in die Hand und drehte meinen Kopf langsam, sodass wir uns in die Augen schauen konnten.
„Nicki ich mach doch nichts.“
„Bitte hör...“, meine Stimme versagte, während mir Tränen über mein Gesicht liefen.
„Womit soll ich aufhören Nicki? Soll ich nicht mit dir reden? Möchtest du mir nicht mehr helfen?“
Ich versuchte meinen Kopf zu schütteln, doch die Hand meines Bruders ließ keine Bewegung zu.
„Ach Nicki, jetzt stell dich nicht so an! Komm du wolltest doch helfen nicht wahr, dann hilf mir jetzt die Leiche zu entsorgen.“
Mein Kopf wurde losgelassen und sackte nach vorne. Ich konnte nur an den Füßen erkennen, dass mein Bruder aufgestanden war, doch ich rührte mich nicht.
„Jetzt steh auf Nicki. Wir haben nicht die ganze Nacht zeit!“
Ich stand immer noch nicht auf, sondern schluchzte weiter.
„Nicki!“, forderte mein Bruder mich auf.
Ich zuckte zusammen bei dem Ton meines Bruders, ich versuchte aufzustehen doch meine Beine wollten mich nicht halten.
Ich versuchte es immer wieder, aber ohne Erfolg und dass machte mich panisch.
Was war wenn mein Bruder mich für Nutzlos hielt? Was würde er machen?
„Bruder ich... ich kann nicht!“
„Ich sehe es selbst.“
Er beugte sich zu mir runter und umarmte mich.
„Keine Angst Nicki. Beruhige dich Nicki“, flüsterte er in mein Ohr.
Er hörte erst damit auf als mein Atem ruhig und gleichmäßig geworden war.
Als er aufstand sah er, dass sie schon zu lange im Schuppen waren, die ersten Lichtstrahlen kamen schon durch die kleinen Risse im Dach.
„Scheiße! Wir müssen Victoria wohl hier lassen und sie heute Nacht entsorgen.“
„Huh?“
„Nichts Huh! Wir haben Glück, dass so gut wie nie einer hier vorbei kommt. Zieh dein T-Shirt aus Nicki.“
Ich sah an mir herunter und konnte Blutspritzer erkennen, die ich in der Nacht nicht gesehen hatte und zog es hastig aus.
Erst nachdem wir sicher waren, dass keiner mehr Blutflecken am Körper hatte gingen wir nachhause.
Unsere Eltern waren noch am schlafen, weshalb wir unbemerkt ins Haus kamen. Ich duschte noch bevor ich ins Bett ging, mein Bruder blieb noch wach, um unsere Klamotten in die Waschmaschine zu stecken.
Als ich nach fünf Stunden um zehn Uhr aufstand, war mein Bruder verschwunden.
Ich dachte mir nichts dabei, weil mein Bruder öfters verschwand, einer der Gründe warum ich ihm helfen wollte. Ich hatte Angst um und vor meinen Bruder.
Beim Frühstück erwähnte keiner meinen Bruder, wie üblich und es ärgerte mich. Kein Wunder, dass mein Bruder sich so verhielt, wenn selbst unsere Eltern ihn ignorierten.
Der Tag verlief normal, bis fünf Uhr nachmittags...
Denn einem alten Mann war sein Hund entkommen und alle musste helfen, diesen blöden Köter einzufangen.
Es hätte keine schlimmere Zeit geben können, denn der Hund wurde in der alten Scheune gefunden. In der Scheune, in der Victoria und mein T-Shirt lagen.
Ich wurde sofort festgenommen, ich wehrte mich, denn ich hatte Angst wie mein Bruder reagieren würde. Jedoch suchte keiner nach meinem Bruder und es störte mich.

Es kam zu einem Verhör und in meiner Wut äußerte ich auch die Frage warum mein Bruder nicht bestraft wurde. Die Ermittler forschten nach, es sollten schließlich alle Täter eingesperrt werden.
Sie fragten bei meiner Familie nach und erfuhren das ich wirklich einen Zwillings Bruder hatte, er jedoch bei der Geburt verstarb und ich nichts von ihm wissen dürfte.
Den Ermittlern war sofort klar, dass ich nicht ins Gefängnis kommen würde, sondern in eine psychiatrische Klinik.

 

Ich verstand zu der Zeit nicht, weshalb ich nicht ins Gefängnis kam und ich verstand auch nicht, weshalb mir gesagt wurde, dass mein Bruder nicht existierte.
Mein Bruder war schließlich seit sechzehn Jahren bei meiner Seite.
Ich wehrte mich dagegen in die Klinik zu müssen, meiner Ansicht kamen nur Psychos dort hin und ich war kein Verrückter. Ich war ein Mörder.

Die Jahre vergingen und meine Eltern besuchten mich immer seltener, dafür rief mir nachts jemand vom Fenster aus zu. Erst traute ich mich nicht nach zu schauen, doch meine Neugier stieg bis sie eines abends siegte.
Ich ging zum Fenster und sah meinen Bruder, der mit einem breiten grinsen auf mich wartete.
„Bruder wo warst du die ganze Zeit, sie sagten dass es dich nicht gibt und das ich verrückt wäre.“
„Aber du weist es doch besser Nicki. Nicki möchtest du mir immer noch helfen?“
„Ja. Vielleicht, ich weiß es nicht“, Ich ließ meinen Kopf hängen.
„Wir holen dich besser erst hier raus Nicki, es scheint so als hätten, die dir hier eine Gehirnwäsche verpasst“, mein Bruder lächelte.
„Aber hier ist alles überwacht und es gibt eine Alarmanlage und...“
„Nicki mach dir keine Sorgen. Du musst nur das machen was ich dir sage. Okay?“
Ich nickte.
„Super, dann komm einfach raus, wenn dein Zimmernachbar anfängt zu schreien.“
Wieder nickte ich. Ich ging zum Bett und wartete, nach ungefähr einer halben Stunde roch ich Rauch und hörte meinen Zimmernachbarn schreien, ich ging raus aus meinen Zimmer und konnte kaum die Hand vor Augen sehen durch den Rauch.
Ich hörte die schreie von allen, die ich mit den Jahren kennen gelernt hatte, ging aber ohne Umwege zum Ausgang. Ich hielt nur kurz inne um einen Feueralarm zu drücken, musste aber feststellen, das dieser defekt war. Niemand bemerkte im Tumult, wie ich aus der Klinik verschwand. Am Eingang wartete mein Bruder auf mich und nahm mich Mitfühlend in die Arme.
„Tut mir Leid dass du solange warten musstest.“
„Nicht schlimm, mich wundert es nur dass keiner von deiner Existenz wusste.“
„Sie haben mich sehr wahrscheinlich nur vergessen, du weißt doch wir sind Zwillinge.“

 

Am nächsten Morgen lass ich eine Zeitung, die mir mein Bruder mitgebracht hatte. Ich lass in dem Artikel, dass die psychiatrische Klinik in der ich war abgebrannt sei und alle Patienten in den Flammen ums Leben gekommen waren.
Das einzig seltsame an dem Artikel war, dass die Zeitung schon einen Monat alt war.

Notes:

Diese Geschichte ist sowas wie eine Zeitkapsel für mich, weshalb ich auftretende Rechtschreibfehler und Grammatikfehler nicht korrigieren werde, hehe. Diese Geschichte entstand 2015 und ich habe beschlossen sie auch auf meinen anderen Account zu veröffentlichen.

Link zum Original von meinen anderen Account:
https://www.fanfiktion.de/s/55f5a5e2000316001e4c5b51/1/Zwillinge

Viel Spaß beim Lesen ^^